So, meine Woche in Gizo ist leider auch schon wieder vorbei. Nebst dem Ankunfts- und Abreisetag hatte ich einen "freien Tag", an dem ich das Dorf/Insel etwas erkundet habe. Alles sehr gemütlich und ich bin nach wie vor überrascht, wie hügelig/bergig es hier ist. Keine 4'000er wie bei uns, aber hier liegt der Fuss des Berges/Vulkans ja auch auf Meereshöhe.
An den anderen 5 Tagen war ich jeweils 2x pro Tag tauchen. Los ging es gegen 0900, dann ein frühes Mittagessen und anschliessend den zweiten Tauchgang. Ich fing am Wochenende an zu Tauchen und hatte das Glück 4 resp. 3 die mit mir Tauchen waren kennen zu lernen. Die 4 Briten waren aber keine normalen Touristen, sondern alle samt Medizinstudenten in ihrem allerletzten Praktikum. Wir tauchten also Samstag und Sonntag zusammen und wurde von ihnen auch noch zum abendessen eingeladen, da wir auch in der gleichen Unterkunft waren.
Allgemein muss ich hier noch anmerken, das kochen für 1 Person echt schwierig bis unmöglich ist und ich es tatsächlich nie gemacht habe. Gemüse und Fisch ist ausschliesslich auf dem Mark erähltich in einer Quantität für die ich einige Tage bräuchte um alles zu essen. Fisch ist logischerweise die haupt Proteinquelle und einen riesen Tunfisch, an dem wir zu fünft satt geworden sind, kostet gerade mal 30 Solomon Dollar, umgerechnet etwa 3CHF!
Zurück zum Tauchen. Wir waren jeweis mit Raul, einem Indischen Dive Instructor, einem lokalen Divemaster, welche sich abgewechselt haben Tauchen und einem Bootskapitän unterwegs. Tauchen auf den Salomonen wurde zu einem grossen Teil von dem inhaber des Tauchgeschäfts hier in Gizo erkundet, kartografiert und erschlossen. Das Wasser war grundsätzlich sehr klar, einzig noch etwas aufgewirbelt und getrübt von dem Zyklon den die Inselnation vor einem Monat getroffen hat. Mir wurde gesagt das es einer der schlimmsten war in den letzten 50 Jahren und viel Zerstörung mit sich gebracht hat. Dies wiederspiegelte sich auch an dem Intervensionsteam das einige Tage in unser Unterkunft untergebracht war für die Schadensevaluierung und Unicef Mitarbeitern für ähndliches, nehme ich jetzt mal an.
Auch wenn es einige Korallenriffe erwischt hat, ist das meiste doch unversehrt geblieben. Neben einer der grössten dokumentierten Artenvielfalt von Fischen wären eines einzigen Tauchgangs habe ich auch so gut wie jeden Tauchgang etweder Riffhaie (Grau, Weissspitz oder Schwartzspitz) oder Rochen (Stachel oder Adler) am besten beide natürlich.
Nachdem wir am Wochenende alle zusammen Tauchen waren, mussten die anderen die letzten Tage arbeiten gehen und so war ich mit jemandem die ihren Tauchschein machte alleine. Jedoch kümmerte sich Raul um sie und ich war mit meinem Divemaster, Bradley alleine Tauchen. Dadurch wurde vor allem ich unachtsam und wir sind zu lange resp. zu tief getaucht und somit reichte der 3-Minütige Sicherheitsstopp nichtmehr aus und wir mussten einen 20-Minütigen Depomressionsstopp einlegen. Wir haben unseren Fehler aber relativ gut und gelassen hingenommen und haben die 20 Minuten in 3-5 Meter tiefe direkt beim Boot verbracht. Bei mir wurde es unangenehm eng mit der Luft aber Bradley war bereits durch mit seiner Dekompression und er tauchte auf und warf mit kurzerhand eine reservetank runter. Dies ist mit 92-Minuten nun mein mit Abstand längster Tauchgang und ich bin froh die Erfahrung gemacht zu haben wie es passiert ist, da ich es definitiv nicht mehr so weit kommen lassen werde.
Die anderen Tage waren wir dann vorsichtiger und Tauchten etwas weniger tief, respektive tauchten früher in seichtere Gewässer auf. Wir tauchten trotzdem gegen die 60-Minuten jeden Tauchgang.
Die Salomonen haben auch eine blutige WWII Geschichte mit kämpfen zwischen den Alliierten und den Japaneren, somit konnten wir auch zwei Wracks tauchen. Eine Amerikanische Hellcat die durch Friendly-Fire vom Himmel geholt wurde und einem grossen, japanischen Versorgungsschiff. Ich hoffe die Bider und Videos in angemessener Zeit von meiner GoPro auf den Laptop zu ziehen und zu bearbeiten, versprochen!
An meinem letzten Tag in Gizo traff ich mich nochmals mit den zwei Med. Studenten, die in Gizo arbeiteten zum Frühstück/Mittagessen. Sie reisten am gleichen Tag ab wie ich, jedoch mit dem Flugzeug richtung Honiara und dann nach Fidschi. Für mich ging es mit dem Boot nach Munda, resp. Noro und dann anschliessend mit dem Minibuss (a la Collectivo in Mexiko) nach Munda. Die Wetteraussicht sah zwar nicht rosig aus, ich habe trotzem gehofft nicht auf die Unterhose nass zu werden... Natürlich mussten wir mitten durch die Regenwand fahren. Ich und ein anderer Passagier waren bis auf den Kopf mit einer Kunststoff Plane bedeckt und wurdeb trotzdem so nass, nur als referenz, haha! Zudem haben wir mitten im Regen die Orientierung verloren und nach einiger Dissqusionn under den 3 Locals holte einer von ihnen ein GPS gerät hervor und navigierte uns sicher durch den Sturm in die Inselkette im Süden hinen. Hier stieg besagter Passagier aus, aber auch die Regenwand haben wir hinter uns gelassen. Nach gut 90min auf dem Boot in Noro angekommen, stieg ich in einen der wartenden Minibusse ein und nachden wir gewartet hatten, bis auch der letzte Platz besetzt ist, ging es noch rund 20min nach Munda auf der anderen Seite der Insel. In Munda angekommen waren es noch einige Meter bis zur Unterkunft wo ich für läppische 25CHF pro Nacht ein 3-Bett Zimmer mit Klimaanlage für mich alleine hatte.