Die berühmt und berüchtigtet Gibb River Road ligt nun auch bereits hinter uns. So schön wie sie auch war, ich muss schon sagen das ich etwas entäuscht bin. Die Strasse ist ca. 700km lang aber schon hier sind "nur" ca. 450km noch ungeteert. Nebst den steinigen Strassen am Anfang war es alles in allem einfach anstrengend und nicht anspruchsvoll zu fahren. Auf der Hauptstrasse hatten wir nur zwei oder drei Flussquerungen, der Rest war bereits ausgetrocknet. Auch wenn es noch so fest geruckelt und geschüttelt hat von dem welligen Boden, so war aber auch dies keine wirkliche Herausforderung und so fuhren wir oft einen 90km/h Schnitt.


Am ersten Tag wollten wir in die Emma Gorge. Als wir uns um 1210 auf den Weg machen wollten, wurden wir jedoch aufgehalten. Die Gorge wird offensichtlich ab 1200 bis zum Folgetag gesperrt, wegen der Hitze. So verständlich dies auch ist, waren wir doch sehr enttäuscht und entnervt, da uns dies beim Ticketkauf in Kununurra niemand gesagt hat. So traffen wir früher als geplant beim Campingplatz ein und machten uns einen gemütlichen Nachmittag.


Am zweiten Tag gings von der Home Valley Station weiter zur Ellenbrae Station. Kurze Fahrt und nichts aufregendes unterwegs zu sehen. Also auch hier wieder sehr gemütlich. Wir genehmigten uns zum Schluss noch eine Abkühlung im Campingplatz angrenzendem Bach.


Weiter ging es über 3h reine Fahrzeit zum Mount Barnett Roadhouse. Dort angekommen und getankt, bauten wir unser Zelt auf und machten uns anschliessend noch auf den Weg zur Galvans Gorge. Nach einem kurzen Fussmarsch kühlten wir uns im schönen, nassen kühl ab und gingen zurück auf den Camping und kochten zu Abend. Am nächsten Morgen ging es vom Camping aus direkt los zur Manning Gorge. Insgesamt wanderten wir 6km hin- und zurück. Es war die mühe aber absolut wert und wir hatten sie am Morgen fast für uns. Als wir uns auf den Rückweg begaben, hatte es schon deutlich mehr Leute und nach einem kleien Umweg, da ich mich verlaufen habe, waren wir wieder am Fluss, das letzte Hinderniss das uns vom Campingplatz und dem wohlverdienten Frühstück fern hielt. Nachdem wir unser Gepäck wieder in eine der längs aufgeschnittenen Tonnen buxierten, schwammen wir zum Campingplatz zurück. In der Mitte des Flusses unterhielten wir uns noch mit einigen weiteren Campinggästen. Diese informierten uns, das der Campingplatz evakuiert wird und für die kommende Nacht geschlossen sein wird. Es hiess aber dass das Feuer noch weit weg sei und so queerten wir den Fluss zu ende und machten uns hinters Frühstück. Als wir gerade am zusammenpacken weren, hörte zuerst Benjamin und am Schluss wir alle eine Feuerwand auf uns zurollen. Es wird nicht das Hauptfeuer gewesen sein, aber schon diese Front war sehr Laut und hat nur so geknistert. Stellt euch ein Lagerfeuer mit nicht 100% trockenem Holz vor und kombiniert dies mit einer Windböhe und dreht die Lautstärke ums 10x hoch...

Der Fluss den wir vor weniger als einer Stunde queerten hielt das Feuer jedoch vorerst zurück und wir waren gerade fertig mit zusamen packen und machten uns schleunigst auf den Weg weiter gen Westen.


Nächster Halt war dem Campingplatz Silent Grove. Hier hatten wir ein schönes Schattenplätzchen gefunden und nach etwas Spielen kochten wir uns was leckeres zu Abend. Am nächsten Tag ging es noch etwas weiter in den National Park hinein, um die Bell Gorge zu sehen und in dieser zu Baden. Aufwand und Ertrag bei dieser Gorge hat mit besonders gut gefallen und ich würde fast behaupten, das dies meine lieblings Gorge war. Nicht sehr steil ging es etwas über einen Kilometer runter zum Kopf des Wasserfalls. Über den Fluss und auf der andereren Seite runter gekraxelt um anschliessend am Fusse des Wasserfalls zu baden. All zu lange konnten wir leider nicht bleiben, da wir noch bis nach Derby und somit ans Ende der Gibb River Road fahren mussten. Unterwegs machten wir noch einmal kurz einen Halt bei den Winjana Gorge wo wir uns noch ein millionen Jahre altes Riff, heutzutage eine mehrere hundert Meter hohe Klippe, anzusehen. Nach einem kurzen Fussmarsch durch die Savanne ging es zurück zu den Autoa um das letzt Stück noch in angriff zu nehmen. Gut und ohne Zwischenfälle sind wir erfolgreich in Derby angekommen. Keine Panne und mit allen Reiffen, gut gemacht würde ich sagen.