Hallihallo, melde ich mich auch wieder einmal mit Worten.

Es ist nun schon knapp über einen Monat her, als ich beim Cape Reinga stand und ich auf den Weg nach Bluff gemacht habe.

Die ersten Tag auf dem Beach waren recht gut und die letzten die pure Hölle. Alles schmerzte, überbelastung der Füsse, keinen so schweren Rucksack gewohnt über 100km auf dem Rücken zu tragen.... sucht es euch aus, es war alles dabei!

Zudem habe ich erste Erfahrungen mit dem Neuseeländischem Wetter gemacht. Regen, Sonne, Wind, Nebel und alles am selben Tag versteht sich. Wir waren aber von Anfang an eine gute Truppe und so wurden die Strände einen nach dem anderen überqueert. Ich lief mit Christian los, mit dem ich mich auf Facebook connnected habe und traff Simon (auch aus Thun 🤯) im Shuttle hoch nach Cape Reinga. Es waren natürlich noch einige andere dabei, wir waren um die 17 Personen am ersten Tag und wurden seither eigentlich immer etwas weniger...


Nach dem Beach sind 3 von uns von Ahipara nach Kataia geloffen, das nur 14km auf der Strasse, weckte jedoch meinen Hass auf Strassenlaufen und bis zum heutigen Tag weiss ich nicht ob Strand oder Strasse schlimmer ist zum laufen.


Dementsprechen wurde das Hostel in Kataia kurzerhand zu einem Lazaret, da es mir im Verhältniss zu vielen anderen um einiges besser ging, jedoch auch eine Ruhetag einbauen musse um mich etwas zu kurieren.



Die zweite Sektion war sehr schön und noch viel anstrengender!

Zwar konnten wird den tristen, langweiligen und harten Sand hinter uns lassen, jedoch erwarteten uns gleich zwei Wälder mit Schlamm bis mitte Schienbein an stellen und einem Höhenprofil das nicht von schlechten Eltern ist. Zudem haben wir bekanntschaft mit "New Zealand flat" gemacht. Also einfach senkrecht alles hoch, serpentinen ist hier offenbar ein Fremdwort. Simon hatte einen seiner ersten ikonischen Sprüche gedroppt und meinte kurzerhand "Das würde in der Schweiz nie eine Zertifizierung als Wanderweg erhalten" was allen deutschsprachigen in einen kleinen Lachanfall entlockte. Mittlerweile ist es auch ein kleiner running-gag geworden, das man Simon im Wald immer zuerst hört bevor man ihn sieht.


Bevor es in den Wald ging, hatten wir noch eine Tagesetappe vor uns bis zum Krishna Sanctuary. Ein wunderbarer Ort um zur Ruhe zu kommen, bevor es richtig los ging. Aaron und seine Frau haben uns herzlich willkommen geheissen und uns mehr über ihre Art zu leben, im Einklang mit der Natur, beigebracht. Zudem gab es leckere früchte zum probieren aus dem eigenen Garten und eine Abkühlung im Fluss auf dem Grundsrück gab es auch noch.

Als wir uns auf den Weg machten am nächsten Tag, kam Aaron uns wie aus dem nichts auf einmal entgegen, nachdem wir uns von ihm verabschiedet hatten bei seiem Haus und überreichte Anakin noch ne Salbe gegen sine Entzündung. Selber hergestellt von den Kräutern in seinem Garten und überreicht in einem Kinder-Überraschungs-Ei. Wenige Augenblicke später wurden wir noch von "Auditing New Zealand" interviewed über den Te Araroa (TA), woher wir kommen und so weiter. Eine merkwürdige aber lustige begegnung und ihr findet das interview auch auf Youtube (https://youtu.be/ulPGkzt3lW0?si=HkQQd5I_kOF3ekAg).


Im ersten Wald ging es das erste Mal so richtig senkrecht den Berg hoch. Über Schlamm, Stein und Wurzel. Sogar die schnellsten von uns hatten "nur" eine 2km pace den Berg hoch... also schlappe 30min/1km! New Zealand flat meine Damen und Herren. Für diese 18km brauchten wir (Nils, Anakin, Alex, Sam und Ich) über 9 Stunden und die langsameren gegen die 12 Stunden. Erschöpft ging ich mir den Schlamm trotzdem noch im kalten Bach abwaschen, da es natürlich keine Dusche mitten im nirgendwo gibt.


Der nächste Tag war um vom Ersten zum Zweiten Wald zu kommen. Ich versuchte hier meinen ersten Mitfahrgelegenheit (Hitch) zu bekommen, da wir aber zu 5 an der Strasse standen, ging das nicht ganz so schnell wie erhofft. Wir warteten gegen 30min und wollten schon aufgeben nachdem alle an uns vorbei fuhren. Hatten aber einige lustige begegnungen mit leuten die uns mitgenommen hätten, wenn sie platz gehabt hätten. Jemand ist dann aber tatsächlich aus der kleine Strasse in der unser Campingplatz war gekommen, hat uns gesehen und kurzerhand auf die Ladefläche seiner Pick-Ups verfrachtet und uns die 6km dem Highway entlang gefahren bis unser Weg von diesem wegführte. Fun-Fact, es war gar nicht in die Richtung in die er wollte und nachdem er uns sicher abgeladen hatte, wendete er kurzerhand und machte sich wieder in die Richtung auf dem Weg, aus der er gerade eben erst gekommen ist.

Nach einem zweiten Frühstück ging es weiter zum Campingplatz vor dem zweiten Wald.


Wir hatten zuerst Angst es würde regnen und Weg unpassierbar machen, wir hatten jedoch Glück und konnten am nächsten Tag bei Sonnenschein den zweiten Wald in angriff nehmen.

Dieser war weitaus weniger schlammig als der erste, jedoch liefen wir gute 5km in einem Fluss der mir stellenweise bis mitte Oberschenkel kam. Es war aber einer der schönsen Tage bis zum heutigen Tag und die Bilder sprechen glaube ich für sich.


Nach den Wändern ging es noch etwas weiter bis nach Kerikeri und anschliessend nach Paihia. Nach Kerikeri rein hatten wir auch wieder einen super Hitch der uns im nirgendwo aufgegabelt hat und uns bis zu den Wasserfällen in Kerikeri fuhr und noch ein wenig Tourguide für uns spielte. All dies wärend er am Arbeiten war, würde es bei uns auch nicht geben!


In Paihia gab es für uns auch wieder einen Ruhetag. Ich ging mit der Fähre nach Russel und strollte etwas herum, bevor ich zurück ging und wir eine Sauna für eine Stunde für uns in Anspruch genommen haben. Gut erholt ging es in ein All-you-can-eat chinesisches Reastaurant wo wir und die Bäuche füllten.


Von Paihia aus ging es mit dem Kayak zu Sheryl's Place. Sie war auch off-grid und lebte für sich aber der Kontrast zum Sanctuary hätte nicht viel grösser sein können. Bei der Long-Drop Toilette gab es Insektizid, die Vögel die ihre Saat wegessen "popt" sie einfach und gegen 2200 uhr zündete sie 5 Meter neben unseren Zelten Feuerwekskörper an. Wir glauben um die wilden Pferde zu verschäuchen, aber das war ein rechter Schock für uns alle, da wir schon alle am schlafen waren. Also alles in allem war es ein guter aber auch durchaus legendärer Aufenthalt.


Am nächsten Tag ging es zu einer Farm die von Alex kurzerhand als die "Manson Family Farm" beschrieben wurde da wir von überall komische blicke bekamen... Niemand von uns war böse über unsere Abreise am nächsten Tag.



Anschliessend ging es einige Tag lang weiter über Felder, Strände und Strassen und von Starkregen bis Sonnenschein war alles mit dabei.

Den nächsten Ruhetag verbrachten wir (Sam, Alex, Nils, Christian, Simon, Sabrina, Quentin und ich) in einem AirBnB. Wir waren alle froh unsere Gleider etwas zu schonen und das es an diesem Tag nur einmal geregnet hat half auch es noch einmal mehr zu geniessen.

Es wurde gekockt und sogar gebacken und wir waren alle etwas traurig mussten wir schon wieder gehen.


Es ging wieder einige Tag bei allen Wetterlagen und Untergründen weiter bis kurz vor Auckland wo wir nach einer weitern Runde Kayak fahren von Sam's Mutter abgeholt wurden und zwei Nächte bei ihnen bleiben durften. Quentin haben wir auf dem Weg leider an Fussbänder-Entzündungen verloren! Für ihn heisst das 2 Wochen Antibiotika und Schonen.

Für uns hiess es am "Ruhetag" shoppen, resp. Rucksack-Optimierung. Auch ich habe ein paar Sachen gekauft, bin aber im groseen und ganzen sehr zufrieden.


Die nächsten Tage ging es noch die letzten Kilometer bis nach Auckland. In Auckland traff ich meine Freunde wieder zum Frühstück und nach dem Ruhetag ging es mit dem Zug nach Hamilton und anschliessend mit dem Bus nach Rotorua. Die Strecke von Auckland nach Hamilton kann mir gestohlen bleiben, da es nur Strasse ist und ich schon genug davon hatte. Nach Rotorua gingen wir um die Redwood Bäume und die Thermalquellen mit Schlammbad zu besuchen. Jetzt ist der spass jedoch wieder vorbei für eine Weile und ich sitze wieder im Bus nach Hamilton und werde heute mit Simon weiterlaufen. Der Rest der Truppe hat sich in und um Auckland verlaufen und wir hoffen uns vor oder bei der Nächsten Kayakstrecke wieder zu finden.