Ich habe meinen Aufenthalt bei Jaymy sehr genossen. Hier erfuhr ich auch am meisten über die Geschichte Samoas. So zum Beispiel das Samoa eine ehemalige Deutsche Kolonie war bis 1914. Daher kommt wohl auch der Name der Währung, Samoan Tala. Tala von dem deutsch Wort Taler. Ich übernachtete eine Woche lang in den traditionellen Fales, also kleine, vom Boden erhobenen, offene Holzhütten mit einem Flechtdach. Natürlich hat auch auf Samoa die moderne ihre Spuren hinterlassen und so war unter dem Flechtdach noch Wellblech verbaut und die offene Strucktur mit einer Plane umspannt um vor Wind und regen zu schützen. Das Bett was in der mitte des Raumes, geschützt durch ein Mosquitonetz von der Decke, dazu gabe es noch Licht und eine Steckdose. Alles in allem also sehr Basic aber das hatte ich mir auch so vorgestellt, nicht so wie gefühlt 50% der Gäste von denen auch einige früher ausgecheckt sind. Ich musste mir jedoch nach der ersten Nacht einen Ventilator kaufen, da es doch unerträglich warm und vor allem Feucht war, auch in der Nacht.
Davon abgesehne war das Frühstück wie auch das Abendessen (Halbpension) sehr üppig und jeden Tag wenn 4 oder mehr Gäste anwesen waren, wurde ein Buffet aufgetischt. Ich schreibe dies jetzt an meinem letzten Tag in Samoa und war tatsächlich das beste und auch traditionellste Essen auf der gesammten Reise in Samoa.
Die ersten Tage waren allesamt wunderschön und ich habe Strände, Wasserfälle, den Dschungel und die Küste erkundet. Alles unglaublich schön und unglaublich leer. Viele touristen waren nie und den grössten Teil der Zeit war ich sogar der Einzige weit und breit, egal wo ich war. Das klingt zwar schön und idylisch, wird aber mit der Zeit ganz schön langweilig.
Meine letzten Tage wurden von ganz viel Regen geprägt. Über drei Tage hinweg hat es mal mehr und mal weniger geregnet und die Wasserfälle die vorher kläglich getöpfelt hatten oder ausgetrocknet waren, wurden zu tosenden Wasserfällen in wenigen Stunden. Ich sah Wasserfälle überall, wo bei meiner Ankunft noch keine waren und die wenigen Fords die man im Süben auf der Hauptstrasse überqueeren muss, stellten sich auf einmal als grosses Hinderniss dar. Da die Strasse gerade noch von grossen Allradfahrzeugen mit Schnorcheln oder den Lockalen Bussen überquert werden konnten.
Dies hiess für mich also relativ viel Zeit in der Fale zu verbringen, da Schlechtwetterprogramm in Samoa nicht wirklich ein Thema ist. Die Samoaner lassen sich aber duch den Regen nicht abschrecken und es waren überraschend viele Menschen immer noch auf den Strassen am gehen und Kinder spielten trotz strömenden Regen draussen. Voll nach dem Motto, man wird ja nur einmal nass.
Samoa ist generall interessant. Das es ein grünes Paradies ist, kann man sich ja noch denken. Das alle Gebäude jedoch extrem bunt und schön angemalt sind, hatt mich dann doch überrascht. Auch verlassene Gebäuderuinen gabe es so gut wie keine. Dafür hatte aber jedes Dorf, die so Häufig vorkommen wie bei uns in der Schweiz, eigene Schulen (zumindest bis zu einem bestimmten Grad) und gefühlt 5 Kirchen. Kirchen gibt es hier wirklich wie Sand am Meer und wenn das nicht schon genug wäre, sind die Meisten auch noch in die Region der Freikirchen/Sekten einzuordnen. Von den Mormonen über die 7th day Adventist bis hin zu Syntologie ist alles in Hülle und Fülle vertreten.
In der Nacht bevor meine Fähre ging hatte es aber zum Glück aufgehört zu regnen und ich konnte mich am Morgen enstpannt auf den Weg zum Hafen machen und musst wir wegen der Ford Überquerung keine Gedanken machen. Die Autofähre legte dann auch Pünklich ab und ich war keine 90 Minuten später auf der grössten Insel Samoas, Savai'i.