Ja das funktioniert ja gut mit dem mehr schreiben, wie man sieht. Nun dann versuche ich dich mal den letzten Monat zusammen zu fassen.

Das Highlight war sicherlich, das mich Jasmine für gut zwei Wochen besucht hat. Eine davon konnte ich zum Glück frei nehmen und wir gingen zusammen auf einen kleinen Roadtrip in den Süden runter.

 

Am ersten Tag gingen wir von zu Hause nach dem Auffüllen der neu erworbenen Gasflasche nach Busselton. Busselton besitz den grössten Steg in der Südlichen Hemisphäre. Dies aus dem einfachen Grund, da immer mehr Schiffe anlegen mussten und deren Tiefgang immer grösser wurde.

Anschliessend ging es eigentlich zu unserem ersten Campingplatz. Ich habe aber die richtige Abzweigung verpasst und wir haben dann einen Abstecher durch eine Offroad Strasse durch den Wald genommen, da ich zu faul war, um zu kehren. Da ich ein Offroad Fahrzeug besitze, dachte ich natürlich auch, dass dies ohne Problem machbar sein wird. Am Anfang ging auch alles gut, jedoch sind wir einige hundert Meter vor dem Zeil durch einen umgefallenen Baumstamm aufgehalten worden. Also mussten wir doch kehrt machen. Auf dem hinweg haben wir im Wald jedoch eine Kreuzung durchquert und nach kurzer Google Maps Konsultation dachten wir uns, why not.

Nur wenige Meter auf der Strasse gefahren war die Strasse in schrecklichem Zustand. Furchen in der Strasse von 30cm bis hin zu grösser als ich bin, also über 1.7m. Nachdem ich ausgestiegen bin und ich Strasse/Hang vor uns begutachtete, war ich mir sicher, dass wir hier runter und im schlimmsten Fall auch wieder hochkommen. Da jeweils entweder rechter oder linker Hand genug Strasse in passablem Zustand war, um mich weiter schlängeln zu können. Nach der ersten Hürde war die Strasse auch wieder einigermassen passabel. Auf geschätzt halber Strecke wurde es knall Hart und ich musste alles aus meinem Triton rausholen. Beim Schlangenlinien fahren wurde die Furche zwischen den beiden Seiten aber immer grösser, so dass wir bei einer besonders heiklen stelle aufgebockt sind. Wir hatten noch mit zwei Rädern bodenkontakt und sowohl front wie auch Heck waren aufgebockt. Zum Glück hatte ich meine beiden Recovery Boards dabei und rammte diese mit aller Kraft in den Boden unter die beiden freilaufenden Reifen. Nachdem bei gemässigtem Anfahren nicht viel passiert ist, habe ich mein erworbenes Wissen von meinem im Sand stecken bleiben angewandt. Gas geben bis man merk das es Reibung hat und anschliessen Vollgas geben. Genug kraft hat der gute Triton um nach dem alle Reifen wieder Boden unter sich hatten, Rückwärts aus dem Schlamassel zu kommen. Fast in den Baum hinter mir gefahren bei dieser Aktion, aber das wäre auch nur halb so schlimm gewesen. Nach einigem hin und her konnte ich das Auto im Wald neben all den Bäumen drehen. Sogleich hatten wir aber das nächste Problem, das auf uns wartete. Die nächste Seitenüberquerung ging nämlich von rechts nach links, doch von links nach rechts war der graben dazwischen zu steil und ich habe mit der Schnauze zuerst aufgebockt, bevor sich die Vorderräder an die Neigung anpassen konnten. Also Recovery Boards wieder raus und als Rampe benützen. Tja, die über zwei Tonnen des Tritons bogen die Kunststoff Boards glatt durch. Also wieder zurücksetzen und Holzstämme und Äste von rechts und links der Strasse zusammensammeln und unter die Bretter legen. Nach erneuter Spurkorrektur von Jasmine ausserhalb der Autos war ich wieder in Linie mit den Boards und konnte diesmal die Furche überqueren. Nach erneutem wenden in gefühlt zwanzig Anläufen war das Auto gewendet und wir machten uns auf den Rückweg. Voller Adrenalin und von Glücksgefühlen umhüllt ging es also den Weg, der nach überwundem Abenteuer auch eine geteerte Landstrasse hätte sein können, zurück zur Kreuzung und den Weg, den wir gekommen sind, zurück. Aber auch hier wurde uns ein strich durch die Rechnung gemacht. Denn wieder keine paar hundert Meter vor Erreichen der Kreuzung versperrte und wieder ein Baumstamm den Weg. Wait a minute, WHAT! Richtig gelesen, in der Zeit in dem wir unser Umkehr Manöver durchgeführt haben, hat sich dieser etwa zwei Meter Durchmesser Baum sich dazu entschieden, uns den Weg abzuschneiden.

Scheisse, was nun?

Naja, hier geht es auf keinen Fall wieder, also wieder wenden im Wald und die Strasse wieder zurück von der wir eben gekommen sind. Es fing zu aller über auch noch an zu Nieseln und zudem wurde der Tag auch nicht mehr viel länger und wir hatten nur noch etwa eine Stunde Tageslicht. Google Maps meinte das zwei Wege von der Strasse abgehen, diese stellten sich aber als ausgetrocknete und überwachsene Bachbeete heraus. Also stellten wir uns dem Problem, das uns zuvor zur Umkehr bewegte, erneut. Anstatt die Furche erneut überqueren zu wollen und erneut stecken bleiben, versuchten wir einen anderen Weg. Es gab nämlich einen schmalen Streifen von keinen 2m breite der links mittels eines Baumes und rechts von einer gut 1.5m Furche begrenz wurde. Wegen besagter Furche habe ich die Idee letztes Mal verworfen, diesen Weg zu probieren. Wenn es mir nicht gelingt und ich links Abstürze, dann habe ich das Auto erfolgreich versenkt und wir würden heute nicht mehr aus dem Schlamassel kommen. Ach, Empfang und dementsprechend Internet hatte natürlich auch keiner von uns. Also stieg Jasmine erneut aus und nachdem ich mich so nach wie möglich rechts neben dem Baum positioniert habe und wir uns beide einig waren das es reich sollte, ging es mit 2m Anlauf Vollgas auf die andere Seite. Ich weiss nicht, wie knapp es am Ende war und vielleicht ist das auch gut so, aber wir haben es geschafft!

Wir waren aber trotz allem noch nicht wieder auf geteertem Untergrund und dementsprechend war das Adrenalin wieder hoch und ich konnte kaum ruhig im Auto sitzen bleiben, aber wir mussten aus diesem Wald raus. Nicht nur wussten wir nicht wie die Strasse vor uns aussah, sondern konnte offensichtlich auch zu jeder Zeit ein Baum vom Himmel auf uns runterknallen. Nach angespannten fünf bis Zehn Minuten haben wir aber wir die Strasse, auf der wir eigentlich sein wollten, wieder vor Augen!

 Schön verschwitzt ging es nun endlich Richtung Campingplatz. Das ganze Waldstück war kaum 10km lang und hat uns locker über eine Stunde Zeit gekostet.

Am Campingplatz angekommen war es eigentlich schon fast eine Stunde zu spät, um einzuchecken. Nichtsdestotrotz stiegen wir aus und schauten uns das Campingbüro an und es war logischerweise geschlossen. Ich überlegte gerade ob wir nicht versuchen sollten anzurufen als der Manager um die Ecke gelaufen kommt und uns freundlich begrüsst und uns gnädigerweise noch einen Campingplatz zuteilt.

Nach einem leckeren Abendessen gingen wir müde ins Bett.

 

Die nächsten Tage waren vom Fahren her nicht mal ansatzweise so nervenaufreiben, worüber ich aber eher erleichtert war.

 

Am zweiten Tag ging es zuerst zum Cape Leeuwin Leuchtturm, wo der Indische und er Südliche Ozean aufeinandertreffen. Weiter ging es mit einer Führung durch die Jewel Cave, welche nach den Höhlen von Postojna die schönsten Höhlen sind, in denen ich war.

Eine Stunde später war die Führung vorbei und wir machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Übernachtungsplatz, dem Warren Campground.  Wieder auf Off-Road Strassen unterwegs, die aber sehr gut in Stand gehalten wurde, ging es durch den Wald Richtung Camping Platz. Fünfzehn Minuten bevor wir den Campground erreicht haben, wurden wir von einem Schild aufgehalten auf dem Stand, nicht weiter Fahren und jetzt buchen. Ich habe dem Schild mal vertraut und den letzten der beiden Campingplätze ergattert. Stellte sich heraus, dass man auf dem Camping keinen Empfang hat und deswegen an besagtem Schild buchen soll.

Nach einem kleinen Spaziergang um den Campingplatz herum, kochten wir wieder ein leckeres Abendessen und wurden nach dem Essen noch von einem Fuchskusu (Beuteltier) überrascht. Nach ersten schock zog es aber seiner Wege und wir begaben uns nach dem Abwasch ins bett.

 

Am dritten Tag gingen wir zuerst auf deinen Baum der früher als Feuerwachtposten genutzt wurde hinauf. Früher kletterten wie Wachtleute auf 64m über den Waldboden, bei uns war aber nach 20m auf einer kleinen Platzform Schluss. Einfach ein paar Metallstangen in den Baum schlagen und gut ist, war wohl das Motto und es ist nicht undenkbar das man zwischen den Stangen nach unten fällt. Nachdem wir das Herz zwischenzeitlich in die Hose gerutscht ist waren wir aber so schnell wieder unten, wie wir oben waren, da ausser Wald nicht sehr viel zu sehen war auf den 20m.

Weiter ging es zu dem Valley of the Giants und dort waren wir tatsächlich über den Baumkronen auf über 50 Metern Höhe, diesmal aber mit Stegen und Geländer, also alles ganz sicher. Weiter ging es mit einem Spaziergang durch das Ancient Empire. Ein Waldstück voller alten, majestätischen Bäumen, teils verbrannt und manche mit Türen versehen. Wir nehmen an die Türen sind eher eine Spielerei für vor allem die kleinen, wobei auch wir unseren Spass damit hatten.

Nächster halt waren der Greens Pool und Elephant Rocks, wunderschöne Strände, die zu den besten des Landes gehören sollen.

Wir wollten eigentlich in der Nähe von Denmark übernachten, da aber ein langes Wochenende bevorstand, waren alle Campingplätze restlos ausgebucht. Wir fanden schlussendlich noch einen Platz an der wundervollen Peacefull Bay. Wir mussten zwar wieder 45min zurück in die Richtung fahren, aus der wir gekommen sind, aber es hat sich gelohnt!

Neben einem kostenlosen Abendessen von dem Caffe gegenüber, obwohl wir immer noch nicht wissen, wieso genau sie dies machen, verspeisten wir den Braten mit Kartoffel am Strand der Wunderschönen Peacefull Bay.

 

Am letzten Tag ging es noch auf den Castel Rock. Einer der höchsten Hügeln in WA. Die Wanderung Tat sehr gut und half die lange Rückfahrt erträglicher zu machen. Wir konnten keine weitere Nacht zwischen Denmark und zuhause verbringen, aus dem gleichen Grund wie letzte Nacht, alles ausgebucht wegen des Bevorstehenden langen Wochenendes.

Zurück in der Zivilisation haben wir noch das Auto gewaschen, bevor wir zuhause ankamen.

 

Diesen Samstag feierte noch eine Kollegin ihren Geburtstag und wir sind am Tag noch shoppen gewesen für das Thema der Party, Cowboy. Ausgestattet mit Jeans, Hemd, und Cowboyhut ging es an die Party. Ich kannte, wie so oft die meisten der Leute nicht und die Unterhaltungen waren teils sehr gezwungen und unentspannt. Jedoch nicht alle und ich blieb somit bis zum Schluss und übernachtete dort, Jasmine ging bereits um Mitternacht nach Hause.

Am nächsten Morgen habe ich noch das gröbste der Party aufgeräumt und wir machten uns gegen den Mittag auf den Weg, um das Wochenende auf dem Boot ausklingen zu lassen. Wieder im Fluss war es ein entspannter Tag und ich habe mich wieder mit Jasmine getroffen die mit einem meiner Mitbewohner auch auf Boot kam.

Am Abend gingen wir getrennt nach Hause, da ich noch mein Auto bei besagter Kollegin abholen musste. Nachdem mit Steve ein Uber bestellt hat, da mein Handy kein Akku mehr hatte musste ich auf das Grundstück einbrechen, da ich mein Auto, bevor wir losgefahren sind hinter das Tor gefahren habe und es logischerweise zu war und ich den Code nicht kannte. Zum Glück war jemand zuhause und konnte mich immerhin rauslassen.

 

Den Montag nutzten wir beide noch, um den Haushalt zu schmeissen und zu entspannen, bevor es für mich dienstags wieder zur Arbeit ging.

 

Den Rest der Woche habe ich wieder normal gearbeitet und Jasmine hat teils Perth erkundet und teils halb krank im Bett gelegen.

 

Am letzten Wochenende, das wir zusammen hatten, gingen wir noch auf Rottnest Island. Wir haben die Fähre von Fremantle genommen und die vorher reservierten Fahrräder auf Rottnest in Empfang genommen. Wir fuhren bis auf dem Westzipfel um die ganze Insel und schnorchelten an einigen Stellen, sahen Delfine von weitem und Quokkas von ganz nahe. Zurück in Freo gingen wir uns zuhause frisch machen und Jasmine lud mich anschliessend ein in Freo zu Abend zu essen.

 

Als ich Jasmine sonntags morgens zu Flughafen fuhr und wir uns verabschiedeten erhielt ich einen Text, dass ihr Flug auf 1600 verschoben wurde ich habe kurzerhand umgedreht und sie wieder aufgegabelt. Wir gingen auf einen schönen langen Spaziergang im Canning River Regional Park. Anschliessend gab es wunderbares Frühstück von einer GF-Bäckerei direkt am Rand des Parkes. Nach einem 3-stündigen Aufenthalt zuhause ging es erneut zum Flughafen und diesmal verabschiedeten wir uns für länger.

 

In der Zwischenzeit ist nicht mehr viel Abenteuerliches passiert. Ich arbeite wieder normal und habe an Sitzbänken für einen Food Court und Handläufen gearbeitet. Momentan bin ich die Sitzbänke im West Center in Perth am Montieren.

 

Wir ist vergangenen Donnerstag noch das Auto ausgestiegen, da der Alternator (Lichtmaschine) defekt war. Ich konnte überbrückt werden und habe es gerade noch so zur Arbeit geschafft als das ganze Dashboard keinen Strom mehr bekommen hat. Der Alternator ist dafür zuständig das sich das Fahrzeug während des Fahrens wieder auflädt und Energie produziert. Wenn dieser defekt ist, wird kein Strom mehr erzeugt und sobald die Batterie keinen Akku mehr hat, gibt es keinen Strom und somit auch keine Einspritzung/Verbrennung mehr und man steht dumm neben der Strasse. Steve hat mich aber wieder einmal aus der Klemme geholt und kurzerhand einen neuen Alternator besorgt und am Feierabend glich noch eingebaut. Somit konnte ich um 2000 wieder sorgenfrei nach Hause fahren. Der neue Keilriemen, Ölkühler und jetzt der Alternator hat mich mit Arbeit insgesamt nur 2300AUD gekostet uns somit wohl weniger als halb so viel wie ich in einer Werkstadt gezahlt hätte. Jetzt muss nur noch der Motorraum und Unterboden von der Ölsauerei befreit werden und dann sollte alles wieder in bester Ordnung sein.

 

Sooo, ich hoffe ihr habt diesen Roman genossen und mal gucken, wie lange es dauern wird, bis ich mich wieder melde, haha. Zudem bin ich auch immer via WhatsApp erreichbar wenn ihr das Gefühl habt, ich habe mich jetzt lange genug nicht gemeldet, haha!